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Verbesserung des Aachener Licht-Modells: Hintergrundinformationen

  • Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die Umrüstung auf warmweiße Lichtquellen in den Städten empfohlen. (Quelle: Fachgruppe Dark Sky, u.a. Dr. Andreas Hänel, Osnabrück)
  • Unter Fachleuten sehr bekannt ist das Berliner Lichtmodell. Es wurde in drei Jahren entwickelt und berücksichtigt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Fragen Energie sparender Lichtgestaltung, Sicherheit, Umwelt- und Sozialverträglichkeit und Gesundheit.
  • Die von der STAWAG vorgelegte Informationsschrift „Einsatz LED-Technik in der Straßenbeleuchtung“ vom 1.10.2015, auf der auch die Entscheidung von Verwaltung und Politik fußt, für Aachen sogenanntes „neutralweißes“ Licht zu befürworten, berücksichtigt die Erkenntnisse international angesehener Lichtexperten nicht ausreichend.

Denn:

  • warmweiße LEDs sind nicht teurer in der Anschaffung. Sie verbrauchen (je nach Hersteller) auch kaum mehr Strom (Quelle: Landkreis Fulda, Hellux).
  • In Aachen sollen Wohngebiete, in denen Menschen Schlaf und Erholung suchen, mit grellem, farbneutralen Licht ausgeleuchtet werden. In diesem Licht sind viele Blauanteile vorhanden. Das stört die Produktion des Schlafhormons Melatonin und kann zu schwerwiegenden Gesundheitsschäden führen.
  • Weniger und kaltweiße Lampen führen zu grelleren Einzellichtpunkten (Rudolfstraße).
  • STAWAG und Verwaltung in Aachen glauben: Mehr Licht bringt mehr Sicherheit. Die Berliner Untersuchungen zeigen aber, dass das Gegenteil der Fall sein kann. Die Sicherheit wird nicht erhöht, sondern zum Teil herab gesetzt, denn hellere Laternen blenden, und das Dunkel wird noch dunkler wahrgenommen.
  • Gute Farberkennung ist auch bei warmweißem Licht von 2.700 Grad Kelvin absolut gegeben, das besagt das auf wissenschaftlicher Basis entwickelte Berliner Lichtkonzept. Und das sagt auch die Firma Philips. Die Farbwiedergabe ist bei der LED Fortimo von 2.700, 3.000 und 4.000 Grad Kelvin gleich; und zwar 80 Ra – 100 Ra wäre neutral. Es geht ja bei „warmweißem“ Licht überhaupt nicht um das rot-orangene Licht der alten Lampen. (Quelle: http://www.lighting.philips.de/pwc_li/de_de/connect/events/light_building/Assets/lr_brochure_fortimo_lr_duits.pdf)
  • Die STAWAG-Fotos zur Dokumentation von Helligkeit und Dunkelheit von „warmweiß“ oder „neutralweiß“ ausgeleuchteten Straßen führen in die Irre. Denn das menschliche Auge reagiert auf Dunkelheit, indem es die Pupille öffnet (auf die Kamera übertragen: die Blende öffnet). Die STAWAG hat die unterschiedlichen Lichtsituationen mit gleicher Blende und Belichtungszeit fotografiert („Gleichbleibende Blende und Belichtungszeit F = 6,3 T = 2,5sek“). Die scheinbar dunklere Situation auf den Fotos hat mit der realen Wahrnehmung des Menschen nichts zu tun.
  • Das von der STAWAG in einer Tabelle erwähnte Mondlicht von 4.100 Grad Kelvin hat nur zu ganz bestimmten Zeiten diese Farbtemperatur. Oft zeigt sich der Mond in röterem Licht (der volle, rote Mond) oder gar nicht, weil er von Wolken verhangen ist oder tagsüber „scheint“. Der stillschweigende Vergleich des „neutralweißen“ Lichts mit dem Mondlicht kann in die Irre führen, mal abgesehen davon, dass es mit Halbmond oder Neumond schlicht sehr wenig Mond am Himmel gibt.
  • Menschen auf der Rudolfstraße, die von der STAWAG als Modellstraße für das neue LED-Kaltlicht angeführt wird, beschweren sich über das grelle, unangenehme Licht der neuen LEDs.
  • An mehreren Orten weltweit wurden die neu eingesetzten „neutralweißen“ Lampen durch „warmweiße“ ersetzt, weil sich die Menschen beschwerten. Dies sollte Aachen erspart bleiben.

Die Aachener mit ihrer international anerkannten Technischen Hochschule sind weltoffen und aufgeschlossen gegenüber Technik und neuen Erkenntnissen. Sie könnten, wie die Berliner, wie die Züricher und etliche andere, Vorreiter für einen verantwortlichen und umsichtigen Einsatz ihrer Straßenlaternen sein und sich für warmweißes Licht von 2.700 Grad Kelvin einsetzen. Denn Mensch und Natur sind schützenswert.

Es sollte selbstverständlich sein, dass sich die Politikerinnen und Politiker aller Parteien in Aachen dieser Verantwortung bewusst sind.   Zur Petition

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